MagmaBrandDesign

May 1, 2002previous review

Page

 Stay Tuned 

Wenn es darum geht, beruflich up to date zu bIeiben oder sich neue Gebiete zu erobern, hat jeder Kreative seine ganz eigene Strategie. Die einen schwören auf externe Weiterbildungsangebote, die anderen auf Learning by Doing. PAGE hat sich umgebört, was Agenturen, feste und freie Designer für ihr Mental Shaping tun.
Kreativität kann man nicht lernen - da sind sich wohl alle einig. „Meist regt sich der Wunsch nach institutionalisierter Weiterbildung, wenn sich jemand ausgebrannt und leerfühlt" ist Ivica Maksimovic' Erfahrung, Kreativ Direktor von Maksimovic & Partners und Professor für visuelle Kommunikation an der Hochschule der bildenden Künste in Saarbrücken. „Wenn ich so etwas höre, dann denke ich, dass da etwas nicht ganz stimmen kann. Wer in dem richtigen Metier ist, der sollte genauso viel aus seinem Job ziehen, wie er hineinsteckt. Lernen unter Laborbedingungen, das funktioniert bei Kreativen nicht, die brauchen die Resonanz der realen Welt."
(...)
Projekttage

Ein offener Geist, Erfahrung und ein intensiver Austausch bilden meiner Meinung nach die Voraussetzung für ein lernendes Team. Wir haben uns deshalb eine Möglichkeit überlegt, die kreativen und sozialen Kompetenzen innerhalb unserer Agentur zu stärken. Wir merkten, dass es manchen Mitarbeitern Probleme bereitet, die eigene Arbeit von Teammitgliedern bewerten zu lassen, wussten aber, dass interne Kritik viel Beweglichkeit und Potenzial entfachen kann.
Aus diesem Grund haben wir ein kundenunabhängiges Projekt initiiert: Zwei Tage im Monat hatten die Mitarbeiter zur freien Verfügung, um gemeinsam zwölf Geschichten für das Buch mit dem Titel „Am Rande" zu entwickeln. Dabei achteten wir darauf, unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit zu erproben. Zum einen vertikal: Da beschaffte beispielsweise einer die Bilder, ein anderer sorgte für die Texte und ein Dritter kümmerte sich um das Layout et cetera. Zum anderen auch horizontal, indem wir etwa zusammen eine Collage erstellten.
Ein gemeinsames Ziel und einen klaren Zeitrahmen halte ich bei so einem Projekt für sehr wichtig, aber zum großen Teil ist auch der Weg das Ziel. Man kann ganz unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit ausprobieren, herausfinden, welche Diskussionen sich lohnen und welche die Sache nur tot trampeln und wie man Ideen besser ausdrücken kann - sprachlich oder visuell. Der Erfolg des Projekts ist meiner Meinung nach nicht nur ein gelungenes Buch und ein wesentlich besserer Teamgeist, sondern auch mehr Effizienz und Kreativität bei der täglichen Arbeit.