
Mit dem klassischen System Serif/Sans/Slab hat die Copy (www.volcano-type.de) von Thomas Mettendorf nicht allzu viel am Hut. Sie entstand als Textschrift für das Buch »Bastard« (siehe PAGE 09.2005, Seite 34ff.) und musste den Spagat bewältigen, einerseits als klare Textschrift zu funktionieren und andererseits zu den vorgestellten experimentellen Fonts zu passen. »Die Copy ist eine zeitgenössische Groteskschrift, zu deren charakteristischen Merkmalen der relativ geringe Kontrast und die Vermeidung von Kompensationen in Form von Einkehlungen in den spitzen Winkeln zählen«, sagt Thomas Mettendorf, der als freier Designer in Karlsruhe lebt.
Eine der beiden experimentellen Varianten Copy Cut, die durch Anschnitte den formalen Charaker der Copy aufbricht. »Sie entfaltet ihre Qualitäten am besten in Headlines, da ihre Anschnitte in dieser Größe eine auffälligere Irritation des Schriftbilds ermöglichen,« so der Designer. Die Copy SemiGrotesk enthält sowohl mit Serifen versehene Buchstaben als auch einzelne Zeichen, die Eigenschaften einer Monospaced aufweisen und mit den Groteskformen der Copy vermischt und gekreuzt werden. »Sie ist ein ausgesprochener Bastard, der sich allerdings in der Textanwendung als erstaunlich gut lesbar erweist«, so Mettendorf. »Das liegt natürlich an den Serifen, die - auf das Wesentliche reduziert - dennoch Qualitäten einer Antiqua entfalten.« Diese drei Varianten zusammen ergeben ein funktionales Tool für moderne Typografie.